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Eine Lambert-Farbschummerung herstellen

Nun eine völlig andere Schummerung, als die Kombinationsschummerung: Eine Schräglichtschummerung mit Beleuchtungssimulation nach Lambert, die zusätzlich noch farbig angelegt wird, Kurzbezeichnung Lambert-Farbschummerung.

Höhenmodell bereitstellen

Wir beginnen mit dem Laden des Höhenmodells rm_dem_demo_512_europa.fix und lesen dies per Datei/Öffnen in Vimage ein:


Lambert-Farbbeleuchtung generieren

Nun wird die Menüfunktion Schummerung/Lambert-Farbbeleuchtung aufgerufen.

Zunächst werden diverse Zahlenparameter abgefragt.

1. Das Lichtazimut in Grad. Lichtazimut bedeutet svw. Horizontalwinkel. Im Gegensatz zur Kombinationsschummerung ist hier der Vollwinkel nicht in 32 nautische Striche, sondern in gewohnte 360 Altgrad geteilt. Die Richtungen laufen von Nord = 0° im Uhrzeigersinn bis 360°. Wir wählen eine Beleuchtung aus Nordwerten, also 315°. Dies ist bereits der vorgegebene Wert.

2. Die Lichthöhe in Grad, worunter der Einfallswinkel in der Vertikalen verstanden wird. Ebenfalls in Altgrad. Auch hier kann die Voreinstellung 45 ° beibehalten werden.

3. Die Pixelgröße im Naturmaß. Dieser Wert wir bei korrekter Georeferenzierung des Höhenmodells bereits richtig vorgeschlagen, so dass wir den Wert 1250 Meter beibehalten können. Sofern man mit falsch oder nicht referenzierten Modellen rechnet, kann man hier einen andersweitigen Wert vorgeben. Dabei reicht eine grobe Schätzung.

4. Eine Überhöhung. Beleuchtungssimulationen sollen in der Praxis immer überhöht werden, denn die natürliche Schattierung wirkt für das Auge meist zu schwach. Hier bitte Wert 10 einsetzen.

In einem zweiten Parameterdialog wird nun

5. eine Divergenz in Grad abgefragt. Dies ist ein für alle Farbschummerungen charakteristischer Wert, die die Stärke der Farbigkeit maßgeblich beeinflusst. Divergenz Null führt zu monochromatisch schwarz-weißen Schummerungen. Hohe Werte erzeugen sehr bunte Darstellungen. Wir behalten den Wert 30° bei ...

Nun rechnet Vimage die Lambert-Farbbeleuchtung.

Das Ergebnis ist als rohe Lambert-Farbschummerung bereits brauchbar.


Weiterbearbeitung

In Druckfarbnorm transformieren

Typisch für eine (rohe) Lambert-Schummerung ist, dass sie nicht in Druckfarbnorm steht. Was ist darunter zu verstehen?

Die Lambert-Farbschummerung hat einen Ebenenton, d. h. Ebenen werden grau dargestellt. Dieser Grauton hängt von verschiedenen Einflüssen ab und ist ein scheinbar „zufälliges“ Hellgrau. Vimage legt nun diesen Grauton so an, dass er den Zahlenwert Null erhält. Das bedeutet aber auch, dass weiß und schwarz „unrunde“ Werte erhalten. In unserem Fall liegt weiß auf Grauwert +37,34 und schwarz auf Grauwertt -217,65 (grüner Pfeil).

Eine solche Grauwertfestlegung heißt „freie Norm“. In dieser freien Norm kann man den Kontrast der Lambertschummerung sehr einfach und nachvollziehbar ändern. Es ist hierzu lediglich das Bild einfach mit einer Konstanten zu multipliziern. Der Ebenenton bleibt dabei immer auf seinem Wert 0, denn 0·x ist immer wieder 0.

Was zur Kontrastmanipulation günstig ist, ist aber unvorteilhaft, wenn das Bild abgespeichert und weitergegeben werden soll. Hierfür ist eine Grauwertzuordnung 0=weiß und 255=schwarz besser. Dies wird als „Druckfarbnorm“ bezeichnet.

Eine Umwandlung der freien Norm in Druckfarbnorm erfolgt mit der Menüfunktion Radiometrie/In Druckfarbnorm transformieren:

(Anmerkung: Auch wenn dieser Schritt bei Abspeicherung in Tiff automatisch erfolgt, sei er hier „zu Fuß“ ausgeführt. Für das Verständnis von Vimage ist es hilfreich, immer die tatsächlichen Grauwerte im Auge zu behalten.)

Merke: In der freien Norm lässt sich die Lambert-Schummerung sehr schön kontrastmanipulieren. Einheitlich in Druckfarbnorm stehende Bilder hingegen lassen sich viel besser gestalten und mit anderen Bildern zusammenstellen.

Nun ist weiß auf 0 und schwarz auf 255 gesetzt (grüner Pfeil). Der visuelle Eindruck des Bildes hat sich übrigens nicht geändert.

Datentyp ändern

Auch hier kann, wie bei der Kombinationsschummerung der Datentyp von SHORT in BYTE geändert werden. Bei Abspeicherung in Tiff erfolgt dies automatisch.

Speichern

Nun ist die Schummerung fertig und kann per Datei/In Tif exportieren als Tiffbild gespeichert werden.


Fertige Reliefdarstellung

Lambert-Farbschummerung


Hintergrund

Mit der Lambert-Farbschummerung lassen sich äußerst eindrucksvolle Hochgebirgsdarstellungen erzeugen. Der hellgraue Ebenenton kann eine Grundlagenkarte in den Tiefländern wirkungsvoll stützen. Er wird aber auch mitunter als Kartenbelastung empfunden.

Topographen (z. B. Leonhard Brandstätter) und Geographen bemängeln gelegentlich, dass die Schräglichtschummerung völlig unnatürlich ist: In der Natur unbeleuchtete Nordhänge werden ins Licht gestellt, tatsächlich sonnige Sudhänge verschattet.

Hierzu eine Variante: Divergenz -30 statt +30 rechnen. Das befreit die Nordhänge zwar nicht von ihrer Beleuchtung im Schummerlicht, dies ist nun aber ein kalt-bläulicher „Gletscherton“, der „Nordhangkälte“ assoziiert. Die besonnten Südhänge werden hingegen in rötliche „Sonnenuntergangsschatten“ getaucht, wodurch sie wenigstens etwas „warm angestrahlt“ erscheinen.

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